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Amazon erhöht den Logistikzuschlag: Was FBA und Multi-Channel-Versand ab November kosten

Amazon hebt den Kraftstoff- und Logistikzuschlag für Versand durch Amazon und den Multi-Channel-Versand von 1,5 auf 2 Prozent an – ab 2. bzw. 19. November, mitten im Weihnachtsgeschäft. Was das pro Einheit heißt und wann sich ein Blick auf die Alternativen lohnt.

Amazon erhöht seinen Kraftstoff- und Logistikzuschlag in Europa von 1,5 auf 2 Prozent. Der Zuschlag wurde erst im Frühjahr 2026 eingeführt; es ist die zweite Erhöhung der FBA-Kosten innerhalb von sieben Monaten. Amazon begründet den Schritt mit gestiegenen Logistikkosten.

Was sich ändert

ProgrammAbMarktplätze
Versand durch Amazon (FBA)2. November 2026Deutschland, Belgien, Frankreich, Irland, Italien, Niederlande, Polen, Schweden, Spanien, Vereinigtes Königreich
Multi-Channel-Versand (MCF)19. November 2026Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Vereinigtes Königreich

Berechnet wird der Zuschlag auf die Versandgebühren, nicht auf den Verkaufspreis. Im Schnitt rechnet man mit rund 2 Cent Mehrkosten je Einheit; wie viel es genau ist, hängt von Größe und Gewicht des Produkts ab. Die Werkzeuge in Seller Central – Gewinnanalyse, Einnahmenrechner und Gebührenvorschau – berücksichtigen den neuen Satz bereits.

Amazon hat angekündigt, den Zuschlag regelmäßig zu überprüfen. Eine Senkung ist damit theoretisch möglich. Verlassen sollte man sich darauf nicht.

Zwei Cent klingen nach wenig

Für eine einzelne Einheit sind zwei Cent tatsächlich kaum der Rede wert. Spürbar wird es durch zwei Dinge:

  • Menge. Bei 10.000 Einheiten im Monat sind es 200 Euro – jeden Monat, ohne dass sich an Produkt oder Preis etwas geändert hat.
  • Zeitpunkt. Die Erhöhung trifft genau die Wochen, in denen ohnehin die höchsten Gebühren anfallen: Im Weihnachtsgeschäft kommen bei FBA Spitzensaison-Versandgebühren und höhere Lagergebühren dazu. Wer seine Aktionen für Black Friday schon kalkuliert hat, sollte nachrechnen.

Wichtiger als der einzelne Zuschlag ist die Richtung: Die Kosten für FBA und Multi-Channel-Versand steigen schrittweise, und jede Stufe für sich wirkt klein.

Besonders betroffen: Multi-Channel-Versand

Der Multi-Channel-Versand ist für viele Händler der bequeme Weg, Bestellungen aus dem eigenen Shop, von eBay oder anderen Marktplätzen aus dem Amazon-Lager zu bedienen. Genau dieser Weg wird ab dem 19. November teurer – und dazu kommt, dass Amazon bei MCF eigene Regeln für Verpackung und Versanddienstleister setzt.

Wer einen großen Teil seiner Nicht-Amazon-Bestellungen über MCF abwickelt, zahlt den Amazon-Zuschlag also auch auf Umsätze, die mit Amazon nichts zu tun haben.

Die Alternative: Versand durch den Verkäufer

Wer nicht alles über FBA laufen lassen will, kann Amazon-Bestellungen auch selbst versenden – oder durch einen Fulfillment-Dienstleister. Mit Prime durch Verkäufer behalten die Angebote dabei sogar das Prime-Logo, sofern die Kennzahlen stimmen.

Das muss kein Entweder-oder sein. Viele Händler fahren zweigleisig:

  • Schnelldreher mit hohem Volumen bleiben bei FBA, wo die Sichtbarkeit am größten ist.
  • Langsamdreher, sperrige Artikel und alles, was auch über andere Kanäle läuft, gehen in ein eigenes Fulfillment-Lager – mit einem Bestand für Shop, eBay, Otto und Amazon.

Was das für dein Sortiment kostet, rechnest du im Kostenrechner durch. Wie wir Amazon-Bestellungen mit Sendungsnummer und Bestandsabgleich abwickeln, steht unter Amazon Fulfillment.

Was du jetzt tun kannst

  1. In Seller Central nachsehen, was der neue Zuschlag für dein Sortiment ausmacht – die Gebührenvorschau rechnet ihn schon ein.
  2. Black-Friday-Aktionen nachrechnen, wenn die Marge knapp kalkuliert ist.
  3. Multi-Channel-Versand prüfen: Wie viele Bestellungen aus anderen Kanälen laufen über Amazon, und was kosten sie dort ab dem 19. November?
  4. Sortiment aufteilen: Welche Artikel brauchen FBA wirklich, und welche ließen sich günstiger aus einem eigenen Lager versenden?

Stand: Oktober 2026. Nach der Ankündigung von Amazon in Seller Central, berichtet u. a. von Onlinehändler News.

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