Zum 1. Januar 2027 stellt die Deutsche Post ihr Angebot für Privat- und Kleinkunden um. Die Preise sind noch nicht endgültig: Sie stehen unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Bundesnetzagentur. Die Richtung ist aber klar, und für Händler, die kleine Ware verschicken, ist sie wichtiger als die Schlagzeile über das Briefporto.
Der Rahmen: Bundesnetzagentur erlaubt deutlich mehr
Am 12. Oktober 2026 hat die Bundesnetzagentur ihren Entwurf für den Preisrahmen 2027 bis 2028 vorgelegt. Danach darf die Post die Preise für Briefe um bis zu 20,35 Prozent anheben, für Pakete von Privatkunden um bis zu 10,72 Prozent. Begründet wird das vor allem mit den stark sinkenden Briefmengen. Stellungnahmen sind bis Ende Oktober möglich, die endgültige Entscheidung wird für November erwartet.
Wichtig für Händler: Dieser Rahmen gilt für das Angebot an Privatkunden und für Geschäftspost, also Briefe. Paketpreise für Geschäftskunden fallen nicht darunter – die verhandelt DHL mit jedem Versender selbst.
Briefe: teurer, und die 3-cm-Grenze wird hart
Die Post hat ihre geplanten Preise veröffentlicht, unter Vorbehalt:
| Produkt | 2026 | 2027 |
|---|---|---|
| Standardbrief und Postkarte | 0,95 € | 1,15 € |
| Kompaktbrief | 1,10 € | 1,25 € |
| Großbrief | 1,80 € | 2,35 € |
| Maxibrief | 2,90 € | 5,00 € |
| Warensendung | 2,70 € | 3,10 € |
Gleichzeitig ändern sich die Formate. Groß- und Maxibrief dürfen künftig höchstens 3 Zentimeter hoch sein, dafür schwerer: der Großbrief bis 1.000 Gramm, der Maxibrief bis 2.000 Gramm. Was höher als 3 Zentimeter ist, wird nicht mehr als Brief befördert – es geht zurück oder kostet Nachentgelt.
Wer bisher kleine Artikel als Maxibrief verschickt hat, etwa Schmuck, Ersatzteile oder Handyzubehör, sollte nachrechnen: Bei 5 Euro und nur noch 3 Zentimetern ist das Paket oft die bessere Wahl, mit Sendungsverfolgung und Haftung.
Päckchen: kleiner, leichter, aber mit Sendungsverfolgung
Beim Päckchen ändert sich mehr, als der Name vermuten lässt:
| 2026 | 2027 | |
|---|---|---|
| Päckchen S | 35 × 25 × 10 cm, bis 2 kg | 35 × 25 × 5 cm, bis 1 kg |
| Päckchen M | 60 × 30 × 15 cm, bis 2 kg | 60 × 30 × 15 cm, bis 1 kg |
Neu ist dafür, dass beide Päckchen Sendungsverfolgung und eine Haftung bis 20 Euro bekommen. Das Paket bis 2 Kilogramm gibt es künftig auch in der Filiale. Die Pakete bis 5, 10, 20 und 31,5 Kilogramm behalten Maße und Gewichtsgrenzen.
Die Preise für Päckchen und Pakete 2027 hat die Post noch nicht veröffentlicht. Sie sind angekündigt. Wer jetzt mit Zahlen rechnet, rechnet mit Schätzungen.
Ins EU-Ausland ändern sich bei Paketen nach Angaben der Post weder Formate noch Preise; außerhalb der EU werden die Preise angepasst.
Was das für Onlinehändler heißt
Wer über ein Fulfillment-Lager oder einen eigenen Geschäftskundenvertrag versendet, ist von den Filialpreisen nicht direkt betroffen. Indirekt schon, aus zwei Gründen:
- Kundenerwartung. Wenn ein Päckchen in der Filiale teurer und kleiner wird, steigt das Preisniveau für Versand insgesamt. „Versand ab 3,99 €“ wird schwerer zu halten, aber auch leichter zu erklären.
- Geschäftskundenpreise. DHL kündigt Preisänderungen für Geschäftskunden üblicherweise im Herbst an; für 2026 geschah das Mitte Oktober 2025, mit individuellen Schreiben an die Versender. Für 2027 ist bisher nichts veröffentlicht.
Daneben laufen die Zuschläge weiter, die nicht im Grundpreis stecken: Der Energiezuschlag lag im Oktober 2026 bei 4,00 Prozent, der Maut- und CO₂-Zuschlag bei 19 Cent je Sendung. Im November und Dezember kommt der Peakzuschlag dazu – Details stehen in unserem Artikel zur Peak-Saison 2026.
Was du jetzt tun kannst
- Briefversand prüfen: Verschickst du Ware als Groß- oder Maxibrief? Dann die 3-Zentimeter-Grenze nachmessen.
- Päckchen prüfen: Wiegt die Sendung mit Verpackung über 1 Kilogramm, ist sie ab Januar kein Päckchen mehr.
- Versandkosten im Shop für 2027 erst festlegen, wenn die endgültigen Preise da sind – aber schon jetzt durchrechnen, was ein Plus von zehn Prozent für deine Marge heißt.
Stand: 22. Oktober 2026. Preise und Formate nach den Angaben der Deutschen Post unter Vorbehalt der Genehmigung durch die Bundesnetzagentur; Preisrahmen nach dem Entwurf der Bundesnetzagentur vom 12.10.2026.
