Der TikTok Shop wirbt damit, dass es keine Grundgebühr gibt. Das stimmt – bezahlt wird je Verkauf. Wer aber nur auf die Provision schaut, kalkuliert zu knapp. Zwischen dem Verkaufspreis und dem, was am Ende übrig bleibt, liegen mehrere Posten.
Die Provision
Seit dem 8. Januar 2026 liegt die Verkaufsprovision in Deutschland – wie in Frankreich, Italien, Spanien und Irland – bei 9 Prozent, zuvor waren es 5 Prozent. Für Elektronik gilt ein niedrigerer Satz. Nach übereinstimmenden Berichten wird die Provision auf den Betrag inklusive des vom Käufer gezahlten Versands berechnet.
Neue Shops bekamen zum Start zeitweise einen reduzierten Satz für die ersten Wochen. Ob und zu welchen Bedingungen das für dich gilt, steht im Seller Center.
Die Creator-Provision
Der eigentliche Motor des TikTok Shops sind Creator, die dein Produkt in Videos und Livestreams zeigen. Sie bekommen dafür eine Provision je Verkauf, die du festlegst – üblich sind 10 bis 20 Prozent. Dazu kommen Samples, die du kostenlos an Creator verschickst, damit sie das Produkt überhaupt zeigen können.
Nicht jeder Verkauf läuft über einen Creator. Aber wer auf TikTok wachsen will, kommt an ihnen kaum vorbei. Rechne deshalb mit einem Mischsatz – etwa der Hälfte der Bestellungen über Creator.
Versand und Fulfillment
Wer selbst versendet oder einen Fulfillment-Dienstleister nutzt, zahlt für Lagerung, Pick & Pack, Verpackung und das Paket. Diese Kosten sind auf TikTok nicht anders als auf anderen Kanälen. Ein Unterschied liegt in den Peaks: Wer selbst versendet, muss Personal für die Spitze vorhalten oder riskiert verspätete Pakete. Bei einem Dienstleister zahlst du je Sendung, egal wie ungleichmäßig sie kommen.
Was Fulfillment für dein Sortiment kostet, rechnest du im Kostenrechner durch.
Retouren
Mode und Impulskäufe kommen zurück, und auf TikTok wird viel aus dem Impuls gekauft. Bei Kleidung sind Retourenquoten von 30 Prozent und mehr nicht ungewöhnlich. Jede Retoure kostet Rückversand, Prüfung und im schlechtesten Fall die Ware selbst, wenn sie nicht wieder verkaufbar ist.
Eine Beispielrechnung
Ein Produkt für 29,90 Euro brutto, Versand für den Käufer kostenlos, jede zweite Bestellung über einen Creator mit 15 Prozent Provision:
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Verkaufspreis brutto | 29,90 € |
| Umsatzsteuer (19 %) | − 4,77 € |
| Verkaufspreis netto | 25,13 € |
| TikTok-Provision (9 % vom Bruttopreis) | − 2,69 € |
| Creator-Provision (15 %, bei jeder zweiten Bestellung) | − 2,24 € |
| Fulfillment und Versand (Annahme) | − 5,50 € |
| Bleibt für Ware, Marketing, Retouren und Gewinn | 14,70 € |
Die Werte sind eine Annahme zur Veranschaulichung, keine Preisangabe. Bei deinem Produkt sehen sie anders aus. Der Punkt ist ein anderer: Von knapp 30 Euro Verkaufspreis bleibt nach Steuer, Plattform, Creator und Versand rund die Hälfte – und davon gehen noch Wareneinsatz und Retouren ab.
Was du daraus ableiten kannst
- Mit dem vollen Satz rechnen. Wer mit 5 Prozent kalkuliert hat, sollte auf 9 umstellen.
- Creator-Provision einplanen, bevor der Preis feststeht, nicht danach.
- Kostenlosen Versand bewusst einpreisen. Er ist auf TikTok fast Standard und steckt in der Kalkulation, nicht im Glück.
- Retouren je Produkt kennen. Ein Artikel mit hoher Retourenquote kann trotz guter Verkaufszahlen Geld kosten.
- Stornos vermeiden. Jede stornierte Bestellung kostet nicht nur den Verkauf, sondern auch Punkte im Shop Performance Score – mehr dazu in unserem Artikel zu den Versandvorgaben im TikTok Shop.
Wie wir TikTok-Bestellungen aus einem Bestand mit deinen anderen Kanälen versenden, steht unter TikTok Shop Fulfillment.
Stand: Oktober 2026.
